Die Welt im Fußballfieber: Was uns erfolgreiche Fußballteams über Resilienz lehren – und warum Resilienztraining in Unternehmen einen echten Unterschied machen kann
- Christina Radinger

- 9. Juli
- 5 Min. Lesezeit
Was macht Teams wirklich erfolgreich? Während bei der Fußball-WM über Tore, Taktik und Teamchefs diskutiert wird, lohnt sich ein Blick auf das, was hinter dem Spiel passiert. Warum genau darin wertvolle Erkenntnisse für Unternehmen liegen und was Resilienztrainings für Unternehmen dazu beitragen können, erfährst du in diesem Artikel.

Ich gebe es gleich zu: Von Fußball verstehe ich deutlich weniger als viele andere Österreicherinnen und Österreicher. Wer auf welcher Position spielen sollte oder welche Taktik zum Sieg führt, überlasse ich gerne den unzähligen Teamchef:innen auf der Couch 😉. Was mich an der Fußball-WM allerdings jedes Mal aufs Neue fasziniert, ist etwas ganz anderes: Ich beobachte die Menschen, die Spieler, die Trainer.
Mich interessiert, was passiert, wenn eine Mannschaft in Rückstand gerät. Wie verändert sich die Stimmung? Wer übernimmt Verantwortung? Wer strahlt Ruhe aus? Wer steckt andere mit Zuversicht an? Und warum wachsen manche Teams gerade unter Druck über sich hinaus, während andere plötzlich den Faden verlieren?
Genau diese Dynamiken begegnen uns in jedem Team, in jedem System und so auch in Unternehmen.
Als Mental- und Resilienztrainerin arbeite ich regelmäßig mit Teams und Führungskräften. Dabei wird mir immer wieder bewusst, dass Erfolg selten allein von der Kompetenz einzelner Menschen abhängt. Entscheidend ist vielmehr, wie ein Team miteinander umgeht, besonders dann, wenn es schwierig wird.
Resilienz beginnt beim Einzelnen, aber endet nicht dort.Wenn Unternehmen in ein Resilienztraining investieren, denken viele zunächst an Stressbewältigung oder daran, die Belastbarkeit einzelner Mitarbeitender zu erhöhen. Aus meiner Sicht greift das zu kurz.
Resilienz entsteht immer auch im Miteinander. Teams beeinflussen sich gegenseitig. Anspannung ist ansteckend. Ruhe ebenfalls. Man spricht in der Psychologie von Co-Regulierung, also die Fähigkeit des Nervensystems sich durch den Kontakt zu anderen Personen zu regulieren. Im Erwachsenenalter können wir uns zwar selber regulieren, im Gegensatz zu Babys, die eine Bezugsperson dafür benötigen. Dennoch hat die Grundenergie/ Stimmung des Systems in dem wir uns befinden, einen großen Einfluss auf unser Nervensystem. Ein wertschätzender Blick kann Sicherheit vermitteln. Ein vorwurfsvoller Blick kann Unsicherheit verstärken. Genau deshalb lohnt sich der Blick nicht nur auf einzelne Mitarbeitende, sondern auf die Dynamik des gesamten Teams.

Resilienztraining in Unternehmen: Was erfolgreiche Fußballteams vormachen
Je länger ich Mannschaften beobachte, desto klarer erkenne ich auch sogenannte Resilienzkompetenzen speziell in erfolgreichen Teams. Kompetenzen, die in der Resilienzforschung wissenschaftlich bestätigt wurden.
Die gemeinsame Vision:
Resiliente Teams verlieren auch nach einem Gegentor ihre gemeinsame Vision nicht aus den Augen. Sie richten ihren Blick nicht auf das, was schiefgelaufen ist, sondern auf das, was als Nächstes möglich ist.
Lernbereitschaft: Sie lernen laufend. Nach jedem Spiel, nach jeder Situation und manchmal sogar während des Spiels. Fehler werden analysiert, angepasst und als Teil der Entwicklung verstanden.
Improvisationsvermögen: Sie improvisieren. Kein Spiel läuft exakt nach Plan. Verletzungen, Wetterbedingungen oder ein unerwartet starker Gegner verlangen Flexibilität. Genauso erleben Unternehmen heute Veränderungen. Wer an alten Lösungen festhält, verliert wertvolle Handlungsmöglichkeiten.
Beziehungen & Netzwerke: Und sie wissen, wann Unterstützung notwendig ist. Ein:e Trainer:in zögert nicht, eine:n frische:n Ersatzspieler:in einzuwechseln. Niemand käme auf die Idee, darin ein persönliches Versagen zu sehen. Im Berufsalltag fällt uns das oft deutlich schwerer.
Das richtige Mindset ist entscheidend...
Als Mental- und Resilienztrainerin interessiert mich besonders die Frage: welche Haltung/ welcher Gedanke geht dem Verhalten voraus? Bitte ich rechtzeitig um Unterstützung oder versuche ich, alles allein zu schaffen? Traue ich mich, Unsicherheiten anzusprechen? Darf ich Fehler machen? Dürfen andere Fehler machen? Weiß ich überhaupt, wofür ich was tue?
Diese Fragen beantwortet nicht nur jeder Mensch für sich. Sie werden maßgeblich von der Unternehmenskultur geprägt. Eine resiliente Organisation zeichnet sich durch eine Fehlerkultur aus, die Lernen ermöglicht. Mitarbeitende dürfen ausprobieren, Fragen stellen und offen ansprechen, wenn sie Unterstützung benötigen. Führungskräfte schaffen den Rahmen dafür, indem sie Vertrauen fördern und psychologische Sicherheit ermöglichen. Denn nur dort, wo Fehler nicht automatisch mit Schuld verbunden werden, entstehen Lernvermögen, Improvisationsfähigkeit und Innovation.

Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für Erfolg...
Im Spitzensport ist Regeneration selbstverständlich. Die neu eingeführte Hydration break ist nicht nur für die Spieler am Platz hilfreich, auch so manche:r Zuseher:in freut sich darüber 😊.
Erholung ist im Sport ein zentraler Teil des Trainingsplans und wird sogar als essentiell angesehen, um Erfolg überhaupt zu ermöglichen. Niemand würde auf die Idee kommen, Spitzenleistung dauerhaft ohne Regeneration zu erwarten. Aber im Arbeitsalltag, da sieht das oft anders aus: Meetings folgen auf Meetings. Die Wasserflasche bleibt voll. Die Mittagspause fällt aus. Dabei beginnt Resilienz häufig bei den kleinen Dingen. Eine kurzer Hydration Break. Ein paar bewusste Atemzüge. Ein Spaziergang zwischen zwei Besprechungen. Wer gut für seine eigenen Ressourcen sorgt, kann auch für andere da sein.
Was kann ein Resilienztraining für Unternehmen anstoßen?
Ein gutes Resilienztraining für Unternehmen vermittelt mehr als Methoden zur Stressbewältigung. Es schafft einen Raum, in dem Teams ihre Zusammenarbeit reflektieren, neue Perspektiven entwickeln und den Umgang mit Herausforderungen bewusst gestalten können. Dabei geht es um Fragen wie: Wie können wir auch unter Druck konstruktiv miteinander kommunizieren? Wie schaffen wir eine Fehlerkultur, in der Lernen wichtiger ist als Schuldzuweisungen? Wie gelingt es Führungskräften, Orientierung und Sicherheit zu vermitteln? Und wie können Mitarbeitende ihre eigenen Ressourcen besser wahrnehmen, rechtzeitig Unterstützung annehmen und auch im Arbeitsalltag bewusst für Regeneration sorgen?
Als Mentaltrainerin liegt mein Fokus dabei besonders auf dem Mindset. Denn unsere innere Haltung beeinflusst maßgeblich, wie wir mit Veränderungen, Konflikten und Rückschlägen umgehen.
Resilienz bedeutet für mich nämlich nicht, dass Menschen einfach mehr aushalten müssen. Resilienz bedeutet, Bedingungen zu schaffen, unter denen Menschen langfristig gesund, motiviert und wirksam zusammenarbeiten können.
Übung macht den (Welt-)Meister. Das gilt nicht nur im Fußball, sondern auch für Resilienz.Resilienz entwickelt sich nicht an einem einzigen Tag und auch nicht durch ein einzelnes Training. Sie wächst durch das, was wir im Alltag immer wieder üben, sowohl in Bezug auf unsere innere Haltung als auch in unserem Verhalten. Somit könnte ich auch sagen: Resilienz ist eine Entscheidung.
Wie gehen wir mit Fehlern um? Trauen wir uns, um Unterstützung zu bitten? Bleiben wir neugierig, wenn Pläne nicht aufgehen? Verlieren wir in herausfordernden Zeiten unsere gemeinsame Vision aus den Augen oder richten wir den Blick wieder nach vorne?
Vielleicht schaue ich deshalb Fußball mit etwas anderen Augen. Mich begeistert nicht nur das entscheidende Tor. Mich begeistert, wie Teams miteinander umgehen, wenn das Spiel plötzlich kippt. Wie sie Verantwortung übernehmen, sich gegenseitig stabilisieren, flexibel auf neue Situationen reagieren und gemeinsam weiterspielen.
Genau diese Fähigkeiten brauchen auch Unternehmen. Nicht nur in Krisenzeiten, sondern jeden Tag. Denn eine resiliente Organisation besteht nicht aus unfehlbaren Menschen. Sie besteht aus Menschen, die gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen und gemeinsam Lösungen entwickeln.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis:
Resilienz ist keine Eigenschaft, die man besitzt. Sie ist eine Haltung, die wir jeden Tag aufs Neue trainieren, als Einzelne und vor allem als Team.Neugierig geworden?
Wenn du beim Lesen das Gefühl hattest: "Genau diese Themen beschäftigen unser Team", dann lass uns darüber sprechen.
Gemeinsam entwickeln wir ein Resilienztraining für dein Unternehmen, das nicht nur Wissen vermittelt, sondern Veränderungen im Arbeitsalltag anstößt: praxisnah, interaktiv und mit viel Raum für Reflexion, Mentaltraining und nachhaltige Integration. Ich freue mich darauf, dich und dein Team kennenzulernen.
Häufige Fragen rund um Resilienztrainings für Unternehmen:
Was können Unternehmen von erfolgreichen Fußballteams lernen?
Erfolgreiche Teams zeichnen sich nicht nur durch Fachkompetenz aus, sondern auch durch Vertrauen, Kommunikation und Resilienz. Genau diese Fähigkeiten lassen sich durch gezieltes Resilienztraining für Unternehmen stärken um sie so zukunftsfit zu machen.
Warum ist Resilienz für Teams so wichtig?
Resiliente Teams bleiben auch unter Druck handlungsfähig, finden schneller Lösungen und unterstützen sich gegenseitig. Das verbessert langfristig Zusammenarbeit, Motivation und trägt so nachhaltig zum Unternehmenserfolg bei.
Wie kann Mentaltraining Teams im Berufsalltag unterstützen?
Mentaltraining hilft Mitarbeitenden und Führungskräften, den Fokus zu behalten, mit Stress konstruktiv umzugehen und auch in herausfordernden Situationen klare Entscheidungen zu treffen. Wer das Ziel kennt und innere Blockaden löst hat eine hohe Wahrscheinlich das Ziel auch zu erreichen.
Für welche Unternehmen eignet sich Resilienztraining?
Resilienztraining eignet sich für Unternehmen jeder Größe – vom kleinen Betrieb bis zum Konzern. Besonders in Zeiten von Veränderung, hoher Arbeitsbelastung oder personellen Herausforderungen profitieren Teams davon.
Bietest du Resilienztrainings für Unternehmen an und wenn ja wo?
Ja. Ich biete Resilienztrainings für Unternehmen in Wien sowie österreichweit, online oder direkt als Inhouse-Seminar an. Die Inhalte werden individuell auf die Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmt.




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